Clervaux - Cité de l’Image und das Lycée Edward Steichen Clervaux (LESC) vertiefen ihre Zusammenarbeit durch ein gemeinsames Ausstellungsprojekt im öffentlichen Raum. Im Rahmen dieser Kooperation erhält das Lycée einen eigenen Garten in der Cité de l’Image, der künftig als dauerhafte Ausstellungsfläche für die Werke der Schüler:innen dient. Dieser kreative Freiraum ermöglicht es den Jugendlichen, ihre fotografischen und künstlerischen Projekte einem breiten Publikum zu präsentieren und aktiv an der kulturellen Gestaltung des Ortes teilzunehmen.

FATIMAH HAYDER
Ohne Titel

Das Foto veranschaulicht den Kontrast zwischen Gegenwart und Vergangenheit, indem es zwei Zustände desselben Blattes zeigt. Links steht das grüne Blatt für das Leben, den gegenwärtigen Moment, etwas Frisches und sich Entfaltendes. Das trockene, zerfallene Blatt auf der rechten Seite steht für die Vergangenheit, für das, was sich verändert, gealtert und schließlich gewandelt hat. Durch diesen Gegensatz wollte ich zeigen, dass nichts gleich bleibt. Alles entwickelt sich mit der Zeit weiter. Was heute lebt, wird morgen nicht unbedingt noch leben. So vermittelt das Bild die Idee der Vergänglichkeit, dass alles vergeht und sich ständig wandelt.

DANAÉ LACROIX
Aix en Provence, sur les toits

Mit diesem Schwarz-Weiß-Foto wollte ich einen sehr kurzen Moment einfangen: den Augenblick, in dem ein Vogelschwarm über die Dächer hinwegfliegt. Was auf dem Bild zu sehen ist, ist genau dieser Augenblick des gemeinsamen Fluges, denn die Vögel sind ständig in Bewegung und ihre Position ändert sich von Sekunde zu Sekunde. Das Foto vermittelt den Eindruck, dass die Zeit vergeht: Man hat das Gefühl, die Vögel würden ihren Weg fortsetzen und bald aus dem Bildrahmen herausfliegen. Die Wahl von Schwarz-Weiß verstärkt zudem die Vorstellung eines flüchtigen Augenblicks, der bereits in der Vergangenheit liegt. Mit diesem Bild möchte ich ein Gefühl von Freiheit, aber auch eine leichte Nostalgie vermitteln, als würde man einen einfachen Moment der Natur beobachten, der nur einen kurzen Augenblick dauert.

DANAÉ LACROIX
Derrière la gare Saint-Lazare de Henri Cartier-Bresson

Auf diesem Foto ist mein kleiner Bruder in der isländischen Natur zu sehen, wie er über eine Pfütze springt. Was hier nicht zu sehen ist, ist der genaue Moment des Sprungs, denn er dauert nur den Bruchteil einer Sekunde, bevor mein Bruder wieder auf dem Boden landet. Das Foto zeigt, dass die Zeit vergeht: Man erkennt die Bewegung seines in der Luft schwebenden Körpers und sieht, dass die Handlung gerade stattfindet und gleich enden wird. Mit diesem Bild möchte ich ein Gefühl von Spontaneität und Energie vermitteln und gleichzeitig auf die ikonische Fotografie von Henri Cartier-Bresson verweisen. So bleibt das Motiv dasselbe, doch Jahrzehnte trennen diese beiden Momente, die durch ihre Geste dasselbe Ziel verfolgen: sich nicht die Füße nass zu machen.

ELÉA LÉONARD
Ohne Titel

Auf dem Foto ist das Eis zu sehen, das irgendwann schmelzen wird. Der kleine Teil des Eises, der bereits schmilzt, zeigt uns, dass die Zeit vergeht. Ich möchte das Gefühl der Schönheit des Alltäglichen vermitteln, vermischt mit Nostalgie und Sanftheit.

FIONA MICHELS
Ohne Titel

Mascara – ein Symbol der Traurigkeit, aber auch der kraftvollen Weiblichkeit. Und dies, verbunden mit dem Akt des Abwaschens, schafft im Bild einen Kontrast zwischen Vergänglichkeit und dem Augenblick selbst.

ESMERALDA SCHMIT
Ohne Titel

In einer späten Winternacht kann man etwas aus einer anderen Welt entdecken. Die Nacht war schon immer still, doch nie so still wie nach einem Schneefall. Die Szenerie ist so nah, dass sie die gesamte Atmosphäre mit Gelassenheit erfüllt. Doch die Trennung durch das Glas lässt sie fern erscheinen – wie eine andere Welt, die gerade außer Reichweite liegt. Wird sie in der nächsten Nacht noch da sein?

RYAN SCHMITZ 
Echec

Dieses Schwarz-Weiß-Bild hält einen Moment einer Schachpartie fest, der doch zutiefst vergänglich ist. Alle Figuren stehen still, sind jedoch dazu bestimmt, sich zu bewegen und die Situation in jedem Augenblick zu verändern. Die Schärfe der Königin steht im Kontrast zu ihrer Bedeutung in diesem Moment – auch wenn sie sich im nächsten Zug als nutzlos erweisen könnte. Die derzeitige Strategie kann mit einem einzigen Zug zunichte gemacht werden. Die Farben Schwarz und Weiß stehen einerseits für das Schachspiel und andererseits für das Gleichgewicht zwischen jeder Entscheidung und dem Ende der Partie. Diese Partie ist somit ein Beispiel dafür, wie jede Entscheidung die aktuelle Situation komplett verändern kann. Doch dieser eingefangene Augenblick währt nur einen kurzen Moment, bevor er vergeht. Alles kann mit einem einzigen Zug kippen, wodurch jede Position nur vorübergehend ist. Das Foto zeigt somit, dass selbst das, was stabil erscheint, nie wirklich stabil ist und sich jede Situation in wenigen Augenblicken umkehren kann.

SACHA THALLULA HANUS
Temporairement

Hier ist ein Foto von meinem Bruder, das während unserer Reise nach Korea diesen Winter entstanden ist. Ich habe es „Vorübergehend“ genannt, denn einen solchen Sonnenuntergang wird es wahrscheinlich nur einmal geben, genau in diesem Moment und an diesem Ort. Ich teile es daher als einzigartigen Ausschnitt aus meinem Leben, als einen Moment, der sich nie wieder genauso wiederholen wird.