once upon a time
Die Fotoserie zeigt Skulpturen, die aus im Retro-Stil gehaltenen Alltagsgegenständen und edlem Glasgeschirr entstanden sind. Sie spiegeln den gewissen Lebensstandard einer vergangenen Epoche wider und stammen überwiegend von Flohmärkten. Traditionell wurden diese Gegenstände zu Verlobungen, Hochzeiten oder Geburtstagen verschenkt. Da sie heute als altmodisch gelten und oft als wertlos angesehen werden, sind sie ihrer ursprünglichen Funktion beraubt, was ihren Nutzen infrage stellt. Ihre Transparenz betont eine Leere, eine erstarrte und verlorene Zeit und beschwört mit einer gewissen Nostalgie eine Welt der Erinnerungen herauf. Die Gegenstände werden wie ein Stillleben in Szene gesetzt.
Das robuste und doch zerbrechliche Geschirr verkörpert die Fata Morgana der Beständigkeit und die Illusion des Objekts, indem es die Erinnerung in der Zeit einfriert. Als Überbleibsel der „Trente Glorieuses” und Schaufenster der Bräuche jener Zeit erzählen diese neuen Objekte von der Sackgasse einer Konsumgesellschaft, dem Scheitern menschlicher Beziehungen und dem Verlust geliebter Menschen.
Bildaufnahmen: Frank Weber
Biografie
Trixi Weis wurde 1967 in Luxemburg geboren.
Sie studierte bis 1993 Bildhauerei an der Kunsthochschule „La Cambre“ in Brüssel und Multimedia-Techniken an der Akademie der Bildenden Künste in Prag, wo sie bis 1997 tätig war. Seitdem lebt und arbeitet sie in Luxemburg. Sie ist Gründungsmitglied des Luxemburger Verbandes der Bildenden Künstler, dessen Vorsitz sie von 2013 bis 2021 innehatte.
Als Preisträgerin mehrerer Künstlerresidenzen, insbesondere in Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und Japan, stellt sie regelmäßig in Luxemburg und im Ausland aus. Ihre Werke sind in öffentlichen Sammlungen in Luxemburg vertreten.
Durch vielfältige künstlerische Praktiken und eine breite Palette an Materialien schafft Trixi Weis Werke, die jeweils eine Geschichte erzählen. Obwohl die Künstlerin serielle Arbeiten ablehnt, lassen sich in ihrem Œuvre bestimmte wiederkehrende Themen erkennen, wie beispielsweise Märchen in ihrer frühen Schaffensphase oder vergängliche ortsspezifische Installationen in natürlichen Umgebungen. Andere Kreationen, bei denen Lebensmittel sowohl Thema als auch Material sind, sind interaktiv. Trixi Weis tritt gerne selbst in Performances, Videos und kleinen kinetischen Skulpturen in Erscheinung und setzt sich dabei mit Themen wie Einsamkeit, Festlichkeiten, Liebe und Sexualität auseinander. In jüngerer Zeit üben ihre Performances und Installationen Kritik an unserer Konsumgesellschaft. Zudem schafft sie monumentale Skulpturen und LED-Lichtinstallationen für öffentliche Gebäude und entwirft regelmäßig Bühnenbilder und Kostüme für Theater und Tanz.
In diesen Bereichen zeichnet sie sich durch einen gewissen Minimalismus aus, der jedoch Freude und Verspieltheit nicht ausschließt. Alle ihre Werke, selbst jene, die ernstere Themen behandeln, enthalten fast immer einen Hauch von Humor, was Trixi zu „… einer schelmischen, sanft subversiven Künstlerin“ macht.
Praktische Informationen
Addresse:
Centre d'Art - Cité de l'image
11, Grand-Rue
L-9711 Clervaux
Öffnungszeiten:
Mo - So: 10.00 - 17.00 Uhr
Freier Eintritt



